Push-Hands

..., eigentlich Tuī Shǒu 推手, wörtlich "Schiebende Hände", bezeichnet die verschiedenen Partnerübungen im Tàijíquán. Diese lassen sich in zwei Bereiche einteilen:

  1. Die Partnerroutinen: Das sind mehr oder weniger festgelegte Bewegungsabläufe im Kontakt mit dem Übungspartner. Hierin lassen sich alle grundlegenden Anwendungsprinzipien des Tàijíquán üben. Insbesondere kann man in den Routinen gut lernen, die Kraft eines Gegenüber zu "hören" (tīng jìn 聽勁) und zu "verstehen" (dǒng jìn 懂勁), diese dann "umzuleiten" (huà jìn 化勁) und seine eigene Kraft "abzugeben" (fā jìn 髮勁) -- nachdem man ja in den Soloformen schon ausführlich daran gearbeitet hat, die eigene Kraft zu "hören" und zu "verstehen", ist dies der nächste logische Schritt in Richtung Anwendbarkeit als Kampfkunst. Dabei bieten die Routinen die wundervolle Möglichkeit, diese Anwendbarkeit realistisch zu üben, ohne sich dabei einem erhöhten Verletzungsrisiko auszusetzen -- das Kampfkunsttraining soll ja dazu dienen, Verletzungen (z.B. solche, die aus Angriffen von "Bösewichten" resultieren könnten) zu vermeiden; was habe ich dann davon, wenn ich mir beim Training mehr Verletzungen zuziehe, als ich realistischer Weise je durch mangelnde Wehrfähigkeit in Selbstverteidigungssituationen erfahren hätte? In der WCTAG werden die Routinen weiter in fünf Bereiche unterteilt: 单手 dān shǒu (einhändig), 雙手 shuāng shǒu (zweihändig), 活步 huó bù (mit Schritten), 大捋 dà lǔ (in sehr tiefer Stellung) und 散手 sǎn shǒu ("freie" Routine).

  2. Der freie Wettkampf: Hier messen zwei Übungspartner ihre Fähigkeiten in der direkten Konfrontation, sei es im "Strukturschieben" mit festgelegter Position der Hände, im freien Schieben mit festem Stand, oder auch mit freien Schritten, wobei letzteres eine markierte Wettkampffläche voraussetzt. Je freier der Austausch, und je ehrgeiziger die Kontrahenten, desto weiter entfernt man sich dabei natürlich vom Ideal des verletzungsfreien Trainings. Gerade die Varianten im festen Stand bleiben jedoch im Allgemeinen (und ein Mindestmaß an Vernunft auf beiden Seiten vorausgesetzt) weitgehend ungefährlich.

Eine gute Möglichkeit, in die Welt der "Schiebenden Hände" hineinzuschnuppern, bietet der monatliche Push Hands Treff München sowie andere Pushhands-Veranstaltungen im Raum München.

Wer ernsthaft in die Welt des Turnier-Pushhands einsteigen will, sollte am besten mit dem Team Taiji Deutschland Kontakt aufnehmen.